Kabinett beschließt EEG-Reform

16.04.2014 16:31 von Martin Stapel

EEG Reform

Letzte Woche hat das Bundeskabinett den Regierungsentwurf zur EEG Novelle beschlossen. Demnach gab es einige Verbesserungen im Vergleich zu den Entwürfen von Energie- und Wirtschaftsminister Gabriel, die vor allem auf Forderungen der Bundesländer zurückzuführen sind. Auch wenn diese Änderungen bei Weitem nicht ausreichend sind, gibt es doch noch Möglichkeiten, von sauberem und günstigem Solarstrom zu profitieren.

Stichtag 01.08.2014

Nach der Novelle bleiben alle Bestandsanlagen, die vor dem 01.08.2014 als Eigenversorgungsanlage in Betrieb genommen wurden, von der EEG-Umlage komplett befreit. Auch Nachrüstungen und Erweiterungen dieser Anlagen um bis zu 30 Prozent sind nach dem 01.08.2014 noch möglich.

Ausnahmen für Industrie und Eigenheimbesitzer

Anlagen, die ab dem 01.08.2014 installiert werden, sollen in der Regel mit 50 Prozent der EEG-Umlage belastet werden. Das entspricht derzeit ca. 3,12 Cent pro Kilowattstunde. Allerdings sind Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe ausgenommen. Diese zahlen 15 Prozent der EEG-Umlage (was derzeit 0,936 Cent pro Kilowattstunde entspricht). Zudem gibt es eine Bagatellgrenze für Eigenheimbesitzer. Anlagen, die weniger als zehn Kilowatt Nennleistung haben und nicht mehr als zehn Megawatt Solarstrom im Jahr produzieren, bleiben ganz befreit.

Trotz der Ausnahmen kritisieren wir, wie auch viele andere Akteure, die Pläne scharf. Sie bremsen die Energiewende, begünstigen Umweltverschmutzer und bestrafen Klimaschützer. Dabei werden die Kosten weiterhin nicht gesenkt.

Jetzt installieren und Umlage umgehen

Die Novelle soll bis Juli in Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden, um zum 01.08.2014 in Kraft treten zu können. Wer noch vor dem Stichtag eine Eigenverbrauchsanlage realisiert, profitiert auf jeden Fall noch von der EEG-Umlagebefreiung.

Doch auch danach bleiben Solaranlagen weiterhin attraktiv.

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