Freiwillige Handwerker bauen Solaranlagen in Tansania

12.06.2012 16:29 von Martin Stapel

Solarstrom für Bagamoyo

16 Engagierte, Handwerker, Techniker, Ingenieure oder solche, die zumindest einen Hammer benutzen können, bereiten sich auf einen Entwicklungshilfe-Einsatz in Tansania vor. Auf eigene Kosten reisen sie im Herbst nach Tansania, um dort auf einer Schule in Bagamoyo und einem Krankenhaus in Lutindi Photovoltaik-Anlagen zu bauen. Am Dienstag, den 15.05.12 fand ein Vorbereitungstreffen bei Firma Stapel in Tönnishäuschen statt. Von den Fachleuten wurde den Teilnehmern ein Einblick in die Technik der Anlagen vermittelt, Anders als bei den PV-Anlagen in Deutschland, die den Strom ins Netz einspeisen, sind die Anlagen für Tansania mit Akkus ausgestattet. Damit die Arbeit in Tansania in zwei Wochen geschafft werden kann, wurden schon Arbeits-Teams verabredet und Aufgaben zugeteilt.

Angefangen hatte alles mit einem Projekt der Science-Buddys der Städt. Realschule im Herbst 2010. Als die Buddys in Bagamoyo mit den Schülern ihrer Partnerschule Experimente zur Photovoltaik machten, kam der Gedanke auf, dass die Mwasama-Schule eine Solaranlage gebrauchen könnte. Die Buddys erlebten den täglichen Stromausfall und kamen zu der Überzeugung, dass es nirgendwo sinnvoller sein kann als in Afrika, elektrischen Strom aus Sonnenenergie zu erzeugen. Gesagt getan: Unter den ersten Kooperationspartnern, die das Science-Buddy-Projekt unterstützen, befand sich die Ahlener Firma Stapel in Tönnishäuschen. Andreas und Martin Stapel und ihre Angestellten waren sofort begeistert von dem Plan und sagten kräftige Hilfe zu.

Bei dem Zero-Emission-Race, das in Tönnishäuschen Station machte, lernten die Science-Buddys Busso von Bismarck kennen. Als Kuratoriumsmitglied der Reiner-Lemoine-Stiftung, die Solarprojekte in Entwicklungsländern unterstützt, sagte er die Finanzierung der Anlage zu. Weitere Unterstützung kommt von der Solartechnik-Firma Wagner&Co, deren Ingenieur Peter Hoenen bereits Afrika-Erfahrungen besitzt. Die Firmen Stapel und Wagner planten die Anlage für Bagamoyo und sorgten für weitere Materialspenden. Während die Solar-Paneele von der Firma REC Solar gestiftet werden, unterstützen die Fa. Wagner und die Fa. Pallenberg mit diversen Materialien und Werkzeugen. Da ein Schulgebäude mit einem passenden Dach in Nordrichtung erst erstellt werden musste, schloss sich Architektin Martina Maury dem Projekt-Team an. Sie plante das Gebäude und unterstützte die Science-Buddys beim Bau eines Modells. Das Geld für die Errichtung dieser neuen Klassenräume für die Mwasama-Schule kommt zum Teil aus den Wettbewerbsgewinnen der Science-Buddys.

Nachdem bekannt wurde, dass eine Gruppe freiwilliger Helfer mit technischen Kenntnissen nach Tansania reist, meldete sich ein weiteres Projekt: Werner Blauth, Mitglied des Freundeskreises Bagamoyo und derzeitiger Verwaltungschef des Mental-Hospitals in Lutindi, fragte an, ob eventuell ein Abstecher von ca. 350 km in die Usambaraberge möglich sei, um auch dort eine PV-Anlage zu installieren. Das Krankenhaus liegt hoch auf dem Berg und leidet besonders häufig unter Strommangel infolge technischer Defekte oder auch weil die Zuleitung gestohlen wurde. Durch eine großzügige Spende der Fa. REC-Solar wird das Krankenhaus mit einer großen PV-Anlage (20 kW) unabhängig vom öffentlichen Netz.

Spätestens Mitte Juni müssen die Materialien im Container per Schiff nach Tansania unterwegs sein, damit sie beim Eintreffen der Handwerker-Truppe Mitte September zur Verfügung stehen. Zwar opfern alle Expeditions-Teilnehmer Geld und Zeit, sie erwarten aber andererseits eine interessante und abenteuerliche Zeit beim Aufenthalt in Tansania.

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